Spanisch- und Französisch-Vokabeln lernen, die bleiben

Wer Deutsch spricht, hat im Spanischen und Französischen einen klaren Startvorteil: Viele Wörter sind sofort verständlich. Begriffe wie „Information“, „important“, „la música“ oder „la familia“ erklären sich fast von selbst. Schwieriger sind die Wörter dazwischen, und die prägen Sie sich am besten in ganzen Sätzen ein.

Wie viele Wörter brauchen Sie?

Für einfache Gespräche genügen in beiden Sprachen rund 1.000 bis 2.000 häufige Wörter. Wenn Sie Romane lesen möchten, brauchen Sie deutlich mehr – ähnlich wie im Englischen sind es mehrere tausend Wortfamilien. Ein Vokabeltrainer hilft Ihnen gut durch die ersten 2.000 Wörter. Danach lernen Sie neuen Wortschatz vor allem über das Lesen.

Die ersten 2.000 Wörter

  • Häufigkeit vor Thema. Verben wie „querer“, „poder“, „dejar“ oder „falloir“, „mettre“, „rendre“ begegnen Ihnen in fast jedem Text; „la berenjena“ hat dagegen Zeit.
  • Verben mit Beispielsatz. Spanische und französische Verben verändern ihre Formen stark. Ein ganzer Satz zeigt Ihnen gleich die Form, der Sie später auch beim Lesen begegnen.
  • Falsche Freunde markieren. „Embarazada“ bedeutet schwanger, nicht verlegen. „Actuellement“ heißt zurzeit und nicht aktuell im Sinne von neu.

Danach: lesen und sammeln

Wenn die Basis sitzt, lohnt sich der Umstieg auf echte Texte: zunächst kurze Geschichten für Lernende, dann Jugendbücher und später Romane. Speichern Sie Wörter, die Ihnen öfter begegnen, und wiederholen Sie sie in wachsenden Abständen.

Gute Einstiege für Spanisch und Französisch:

Spanisch Französisch
Lektüren mit Stufenangabe (A1–B2) „Lectures CLE en français facile“ (A1–B2)
„Manolito Gafotas“ (Elvira Lindo) „Le Petit Nicolas“ (Goscinny und Sempé)
„El principito“ „Le Petit Prince“ (Saint-Exupéry)
„Crónica de una muerte anunciada“ (García Márquez), ab B2 „L'Étranger“ (Camus), ab B2

Was eine Person beim Französischlernen erlebt hat

Ein Lernender, der sich Französisch neben einem Vollzeitjob in zwölf Monaten von null auf CLB 7 erarbeitet hat (die kanadische Niveaustufe, nachgewiesen über den TEF), investierte acht bis zehn Stunden pro Woche. In den ersten beiden Monaten standen täglich eine halbe Stunde Aussprache und gut ein Dutzend Grundwörter auf dem Plan, im dritten und vierten Monat vor allem passé composé und imparfait. Vom fünften bis zum siebten Monat hörte und las er täglich konzentriert und verfasste pro Woche zwei kurze Texte sowie drei Sprachaufnahmen. Ab dem achten Monat bereitete er sich gezielt auf die Prüfung vor und absolvierte alle zwei Wochen einen kompletten Probetest.

Nach der Hälfte der Zeit ließ er die Apps weg. Auf dem Arbeitsweg und vor dem Einschlafen hörte er die Nachrichten in einfachem Französisch von RFI (français facile) sowie das frei zugängliche Hörmaterial von TV5MONDE; zum Lesen nutzte er die einfachen Kurztexte von TV5MONDE zu Themen wie Arbeit, Alltag, Bildung und Gesellschaft. Zwei seiner Fehler sind gerade beim Vokabellernen aufschlussreich: Zu Beginn lernte er nur isolierte Wörter, ohne zu hören oder zu sprechen, und brachte nach einem halben Jahr trotzdem keinen Satz heraus. Außerdem verließ er sich zu lange auf kurze App-Übungen statt auf vollständige Probetests, weshalb sich die echte Prüfung am Computer zunächst ungewohnt anfühlte.

Was lange Vokabelserien zeigen

Die detailliertesten Erfahrungsdaten zum Vokabellernen stammen von Menschen, die Englisch lernen. Ihre Beobachtungen lassen sich direkt auf Spanisch und Französisch übertragen:

  • Rechtschreibung erst später. Jemand mit einer Serie von 1.022 Lerntagen am Stück aktivierte Schreibübungen erst ab rund 7.000 Wörtern. Davor ging es ausschließlich darum, häufige Wörter an ihrer Hauptbedeutung wiederzuerkennen – in Blöcken zu je 100 Wörtern und mit fünf bis sechs Durchgängen durch dasselbe Buch.
  • Wiederholungen wachsen schneller als neue Wörter. Eine andere Person brach nach 414 Tagen ab: Schon bei nur zehn neuen Wörtern täglich dauerte die Sitzung fast eine halbe Stunde, und selbst fertig gelernte Wörter erkannte sie in echten Texten oft nicht wieder.
  • Viele schnelle Begegnungen. In einem ausführlichen Erfahrungsbericht wird empfohlen, lieber 200 Wörter an einem Tag durchzugehen als vier Tage lang je 50, und auf Multiple-Choice-Fragen zu verzichten, bei denen man die Lösung nur nach dem Ausschlussprinzip errät.

Für alle, die auf einem E-Reader lesen: KOReader läuft auf Kindle, Kobo, PocketBook und reMarkable (nicht unter iOS) und bringt integrierte StarDict-Wörterbücher mit. Dafür hat jemand ein Plugin mit Offline-Aussprache für Englisch und Spanisch entwickelt, weil Cloud-Sprachausgabe beim Lesen ohne Internetverbindung auf E-Ink-Geräten nicht zur Verfügung steht.

Wo Solaread hilft

Mit Solaread lesen Sie Bücher auf Spanisch und Französisch sowie auf Englisch, Deutsch, Portugiesisch, Russisch, Japanisch und Chinesisch. Hinter Wörtern, die Sie wahrscheinlich noch nicht kennen, steht direkt in derselben Zeile eine kurze deutsche Übersetzung in Klammern. Ein Doppelklick auf ein beliebiges Wort blendet ebenfalls die Übersetzung ein, und gespeicherte Wörter wandern samt ihrem Satz ins Vokabelheft. Je mehr Wörter Sie als bekannt markieren, desto seltener werden Übersetzungen eingeblendet.

Häufige Fragen

Ist Spanisch oder Französisch leichter für Deutsche?

Beim Lesen fällt Spanisch meist leichter, weil Schreibweise und Aussprache eng beieinanderliegen.

Wie lange dauert es, 2.000 Vokabeln zu lernen?

Bei 15 bis 20 neuen Wörtern pro Tag und regelmäßiger Wiederholung dauert es rund vier bis sechs Monate.

Ab wann kann ich ein Buch auf Spanisch oder Französisch lesen?

Vereinfachte Lektüren gehen schon ab A2, Originalbücher für jüngere Leser ab etwa B1.