Englische Bücher für Anfänger: die ersten Bücher, die Lernende wirklich zu Ende gelesen haben
Das beste erste englische Buch ist das, mit dem Sie bis zur letzten Seite durchkommen. In einem Erfahrungsbericht hat es jemand treffend formuliert: Das erste Buch sagt nichts über Ihr Englischniveau aus, entscheidet aber darüber, ob Sie überhaupt weiterlesen.
Die Sprachforschung belegt das mit Zahlen. Flüssiges Lesen stellt sich ein, wenn etwa 98 Prozent der Wörter auf einer Seite bekannt sind (Hu und Nation, 2000). Bei 300 Wörtern pro Seite sind das sechs bis sieben unbekannte Vokabeln. Ab rund fünfzehn unbekannten Wörtern liest man nicht mehr, sondern entziffert.
Hier finden Sie die ersten Bücher, die Lernende laut ihren Berichten tatsächlich beendet haben, die Titel, an denen sie gescheitert sind, und die Gewohnheiten, die ihnen beim Dranbleiben geholfen haben.
Woran erste Bücher scheitern
Fast jeder Abbruch hat dieselbe Ursache: Das Buch wurde nach seinem bekannten Namen ausgewählt und nicht nach dem eigenen Sprachniveau.
- Jemand aus Japan kaufte Sherlock Holmes, ohne vorher hineinzublättern, stellte schon auf dem Heimweg fest, dass der Text viel zu schwer war, und legte das Buch mit der Überzeugung weg, niemals auf Englisch lesen zu können. Jahre später griff dieselbe Person zu Harry Potter and the Philosopher's Stone, empfand den Einstieg als recht leicht und las den Band bis zum Ende.
- Wer in einem einzigen Kapitel von Harry Potter achthundert Wörter nachschlagen musste, erhielt als meistbewertete Antwort diesen Hinweis: Das Buch liegt auf der Lexile-Skala bei etwa 800L bis 1100L und liest sich erst ab dem Niveau der chinesischen Hochschulprüfung CET-6 flüssig. Eine andere Person mit einem Wortschatz von 2.500 Wörtern kam im ersten Kapitel auf zwei Absätze pro Stunde; der beliebteste Kommentar dort zog die Untergrenze für Harry Potter bei 8.000 Wörtern.
- Unter einem Beitrag über Einstiegsbücher berichten gleich mehrere Lesende, dass sie mit Wuthering Heights begonnen oder sich durch das Buch gequält haben. Eine Person las die E-Book-Ausgabe, schaffte das erste Kapitel, musste im zweiten aber unentwegt Wörter nachschlagen, verlor den Faden und stieg auf Joan Didion um, bei der pro Kapitel nur eine Handvoll Wörter neu war.
- Eine andere Person mit einem getesteten Wortschatz von rund 8.686 Wörtern hatte sechs oder sieben englische Originalausgaben angefangen und fast keine davon beendet, darunter The Moon and Sixpence, The Great Gatsby und Robinson Crusoe.
- Auch Bestseller sind nicht automatisch einfach geschrieben. Unter einer begeisterten Empfehlung für Fourth Wing merkte eine Leserin an, dass ihr auf jeder Seite gut ein Dutzend Wörter fehlten, obwohl sie erst bei Seite dreißig oder vierzig war.
Falls Sie dennoch mit einem Klassiker starten möchten, nannte ein Kommentar diese Reihenfolge von leicht nach schwer: Pride and Prejudice, Jane Eyre, Wuthering Heights, The Scarlet Letter, Moby-Dick, Ulysses.
Erste Bücher, die Lernende beendet haben
So schildern Lernende das erste englische Buch, das sie ganz durchgelesen haben:
| Buch | Wer | Wie lange |
|---|---|---|
| Wonder (R. J. Palacio) | Berufstätig, zehn Jahre nach dem Studium, auf dem Niveau der chinesischen Uni-Englischprüfung CET-4 | gut einen Monat in freien Minuten |
| Charlotte's Web (E. B. White) | Neuntklässlerin oder Neuntklässler mit einem Übersetzungsstift | 18 Lesetage, mit Unterbrechungen |
| If Tomorrow Comes (Sidney Sheldon) | Täglich rund 30 Minuten in der U-Bahn | 15 Tage, laut Lese-App 15 Stunden und 39 Minuten |
| The Alchemist (Paulo Coelho) | Von zwei Personen als erstes Original genannt, bei einer nach langer Englischpause | eine Woche (bei einer der beiden Personen) |
| Harry Potter and the Philosopher's Stone | Mit rund 8.686 bekannten Wörtern, parallel zum Hörbuch | im Jahr darauf über 60 Bücher |
Einige Einzelheiten aus den Berichten:
- Die Person, die Wonder las, empfand Wortschatz und Satzbau als gut machbar für den Einstieg. Sie kringelte unbekannte Wörter rot ein, notierte die Bedeutung am Seitenrand und strich jedes gelesene Kapitel auf einem selbst gezeichneten Kalender ab. Vom nächsten geplanten Buch, The Nightingale, rechnete sie mit einem deutlichen Anstieg beim Schwierigkeitsgrad.
- Bei Charlotte's Web rührten die letzten beiden Kapitel zu Tränen. Die 18 Lesetage lagen nicht direkt hintereinander; dazwischen gab es Pausen, nach denen einfach weitergelesen wurde.
- Zu The Alchemist berichtete eine Person, sie hätte nach der ersten Seite beinahe aufgegeben, weil fast in jeder Zeile das Wörterbuch nötig war. Dann packte sie aber die Handlung, und nach einer Woche war das Buch durch. Nach ihrer Einschätzung reicht dafür ein mittleres Niveau: sehr kurze Sätze, klarer Aufbau, fesselnde Geschichte. Auch die zweite Person musste anfangs auf jeder Seite Wörter nachschlagen, blieb aber dran, weil die Erzählung sie mitzog.
- Wer Harry Potter als erstes Buch beendete, hörte parallel das von Jim Dale gelesene Hörbuch, in dem jede Figur eine eigene Stimme bekommt. Im darauffolgenden Jahr las diese Person über 60 englische Originalbücher, nach eigener Zählung rund sechs Millionen Wörter bei ein bis vier Stunden Lesezeit täglich. In den Kommentaren wurde allerdings passend angemerkt, dass man mit 8.000 bis 10.000 Wörtern Wortschatz nicht bei null startet.
Das erste Buch muss auch keine Belletristik sein. Jemand las im dritten Studienjahr Stephen Hawkings The Grand Design als erstes komplettes Buch auf Englisch, nachdem die Sprache jahrelang nur aus Prüfungsfragen bestanden hatte.
Eine Bücherleiter nach Niveau
Für Lesende auf CET-4-Niveau, was grob der Stufe B1 entspricht, empfahl die meistbewertete Antwort unter dem Harry-Potter-Beitrag folgende Stufenleiter: zuerst die 55 Bände von Magic Tree House, anschließend die 26 Bände von A to Z Mysteries, danach die 62 Goosebumps-Bücher, gefolgt von The Hunger Games und leichteren Newbery-Romanen, und erst zum Schluss Harry Potter.
Weitere Empfehlungslisten von Lernenden:
- Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur: Jemand mit nach eigenen Angaben einer Million gelesener Wörter rät zu Because of Winn-Dixie, The Giver, Charlie and the Chocolate Factory, Matilda, Magic Tree House, Number the Stars und My Side of the Mountain. Das Fazit dazu: Beim Lesen hält man nicht durch reine Willenskraft durch, sondern durch echtes Interesse.
- Empfehlungen aus dem Schulalltag: Eine Person in Neuseeland begann mit kurzen Zeitschriftenbeiträgen wie im Reader's Digest und stieg dann auf Diary of a Wimpy Kid, Geronimo Stilton sowie die Bücher von David Walliams um, weil Lehrkräfte vor Ort genau diese Titel empfehlen. Ihre Faustregel lautet, Texte zu wählen, die man zu etwa 80 Prozent versteht.
- In acht Büchern von leicht nach schwer: Who Moved My Cheese? (an einem einzigen Tag machbar), Charlotte's Web, The House on Mango Street (besteht aus vielen kurzen Sätzen), Wonder, The Boy in the Striped Pyjamas, The Alchemist, Animal Farm, The Great Gatsby.
- Abgestufte Lektüren (Graded Readers): Bei der Reihe Oxford Bookworms steht die Schwierigkeitsstufe direkt auf dem Umschlag. Ein Beitrag schlüsselt den Umfang der Reihe so auf: Starter umfasst 27 Bände mit insgesamt 35.000 Wörtern, Stufe 1 hat 33 Bände mit 140.000 Wörtern, Stufe 2 bietet 34 Bände mit 230.000 Wörtern, Stufe 3 kommt auf 21 Bände mit 276.000 Wörtern, Stufe 4 auf 18 Bände mit 337.600 Wörtern, und die Stufen 5 und 6 enthalten jeweils 8 Bände mit 220.900 beziehungsweise 296.500 Wörtern.
Ältere Werke lassen sich kostenlos und legal über Project Gutenberg beziehen. Eine Person, die dort liest, sucht sich gezielt Bücher aus, deren Handlung sie bereits aus Verfilmungen oder Übersetzungen kennt, arbeitet sich Kapitel für Kapitel vor und gibt zugleich eine Warnung mit: Viele dieser frei verfügbaren Texte sind alt und sprachlich für den Einstieg zu anspruchsvoll.
So halten Sie bis zur letzten Seite durch
- Zu einer vertrauten Geschichte greifen. Wenn Sie die Handlung schon aus einem Film oder einer deutschen Übersetzung kennen, werfen einzelne unverständliche Sätze Sie nicht aus der Bahn.
- Lesefluss und Nachschlagen voneinander trennen. Die Person, die If Tomorrow Comes in 15 Tagen durchlas, markierte unbekannte Stellen unterwegs nur und schlug beim Lesen gar nichts nach. Erst abends wählte sie fünf bis zehn nützliche Wörter aus, schrieb sie samt Originalsatz heraus und wiederholte sie am nächsten Tag, nach drei Tagen, nach einer Woche und nach zwei Wochen.
- Gleichzeitig lesen und hören. Beim Harry-Potter-Durchgang lief das Hörbuch mit 1,1- bis 1,3-facher Geschwindigkeit auf einem separaten MP3-Player statt auf dem Smartphone, damit keine Nachrichten ablenken.
- Jedes Kapitel kurz in eigenen Worten wiedergeben. Klappen Sie das Buch nach einem Kapitel zu und fassen Sie das Geschehene in wenigen Sätzen zusammen. So merken Sie auch ohne Testfragen sofort, ob Sie alles Wesentliche verstanden haben.
- Lücken gelassen hinnehmen. Wenn Sie ein paar Tage nicht zum Lesen kommen, knüpfen Sie danach einfach wieder an. Auch die 18 Tage für Charlotte's Web kamen mit Unterbrechungen zustande.
Wo Solaread hilft
Wenn ein Buch sprachlich noch etwas zu hoch gegriffen ist, bremst vor allem das ständige Nachschlagen den Lesefluss aus. Solaread schätzt über einen rund zweiminütigen Wortschatztest ein, welche Vokabeln Ihnen wahrscheinlich fehlen, und blendet nur hinter diesen Wörtern eine knappe deutsche Übersetzung in Klammern direkt in derselben Zeile ein. So bleiben Sie im Text, ohne jedes Mal unterbrechen zu müssen. Sie öffnen einfach Ihre eigene EPUB-, TXT- oder PDF-Datei; Solaread selbst liefert keine Bücher mit.
Häufige Fragen
Welches englische Buch eignet sich als erstes?
Ein Buch, bei dem Ihnen pro Seite höchstens sechs oder sieben Wörter unbekannt sind, zum Beispiel Wonder, Charlotte's Web oder eine abgestufte Lektüre der Stufe 1 bis 3.
Soll ich mit Harry Potter anfangen?
Erst ab einem Wortschatz von etwa 8.000 Wörtern; darunter fällt der Einstieg mit Reihen wie Magic Tree House oder mit Charlotte's Web deutlich leichter.
Wie lange brauchen Lernende für ihr erstes englisches Buch?
In den hier gesammelten Erfahrungsberichten liegt die Dauer zwischen einer Woche und gut einem Monat.